4. GV im Fotomuseum Winterthur

Wie schon zur Gewohnheit geworden treffen sich die Teilnehmer der GV nach teilweise weiter Anfahrt bei Kaffee und Gipfeli, diesmal im Fotomuseum Winterthur. Es sind 31 Mitglieder die von Peter Pfrunder, Leiter der Fotostiftung Schweiz, und Oliver Gubser begrüsst werden.

Dabei wird die Bedeutung unserer Gemeinschaft herausgestrichen und
die gute Gelegenheit sich immer wieder in einer anderen Institution zu begegnen und
diese kennen zu lernen. Ein Privileg das von allen geschätzt wird.
Danach ergreift Marcel Sax, Präsident der IG Museumstechniker, das Wort. Er ist
zunächst erfreut nach der überwältigenden Herbst Tagung 2008 (über einhundert
Teilnehmer) 12 neue Einzelmitglieder und 5 Institutionen in der IG willkommen zu heissen.
Siebzehn Traktanden stehen auf dem Programm der Generalversammlung, eine lange
Sitzung scheint seinen Verlauf zu nehmen. So wird über die Aktivitäten des Vorstandes
berichtet, der Kassabericht vorgelegt und verabschiedet, die Mitgliederbeiträge bestätigt,
ein viertes Vorstandsmitglied, Valentin Rittler, gewählt und ein fünftes Mitglied für 2010 in
Aussicht gestellt. Ein spezieller Erfolg kann insofern verbucht werden, dass unser
vorgeschlagenes Berufsbild des Museumstechnikers, im originalen Wortlaut, von ICOM
Schweiz und vom VMS in deren Statuten aufgenommen wurde. Dies sind nur einige
Details aus der Versammlung, die bei Abstimmungen praktisch immer einstimmig
verabschiedet wurden.
Nach der Pause stellte Marcel die Auswertung der Befragung über den Fachbereich
Museumstechniker vor. Der Fragebogen wurde auf dem Prinzip unseres Berufsbildes
aufgebaut: Der Gegenüberstellung von Objekt und Raum sowie der Handhabung und
Organisation. 82 Rückmeldungen sind eingetroffen, welche zu interessanten Schlüssen
geführt haben. Diese detaillierten Auswertungen hier vorzustellen sprengt den Rahmen
dieses Kurzberichtes. Über die in Kleinarbeit erhobenen Daten entbrannte eine
Grundsatzdiskussion inwieweit wir diese publik machen sollen oder unsere Aktivitäten mit
Bedacht veröffentlichen. Es stellt sich nun die Frage was mit den Auswertungen weiter
geschehen soll. Marcel gab die Antwort gleich selbst, die Daten können dazu verwendet
werden, um neue Strategien zu entwickeln: Was, Wie, Wann, Wohin wollen wir.
Im neuen Geschäftsjahr möchte der Präsident am Aufbau einer professionellen
Vereinsstruktur arbeiten und wie oben angedeutet neue Strategien entwickeln, um unser
Berufsbild zu festigen. Die GV endete mit der einstimmigen Annahme des Budgets 2009
pünktlich um 11:45 Uhr.
Zum Mittagessen in der Vorhalle des Museums stand ein Pastabuffet mit Salat bereit. Ein
einladender Anlass, um wieder mit anderen Personen Erfahrungen auszutauschen, bevor
es zum nächsten Programmpunkt überging.
Jetzt hatte man die Qual der Wahl im Fotomuseum Winterthur die Ausstellung „Printed
Matter“ oder in der Fotostiftung Schweiz die Präsentation „Joël Tettamanti, Local Studies“
zu besichtigen. Von den beiden Kuratorinnen Joy Neri (Printed Matter) und Sabine
Münzemeier (Joël Tettamanti) wurde fachkundig und engagiert durch die beiden
Ausstellungen geführt. Dabei wurde auch auf die Entstehung der beiden Häuser
hingewiesen, damit sich der Zuhörer ein abgerundetes Bild der ganzen Institution machen
konnte. Während des ganzen Aufenthaltes im Museum und besonders bei den Führungen
hat Oliver Gubser auf seine Erfahrungen beim Aufbau der Ausstellungen hingewiesen.
Immer wieder ein Highlight von kompetenter Seite und vor Ort einen realen Einblick zu
erhalten.
Viel zu schnell mussten wir das Fotomuseum verlassen, um zu Fuss in die Innenstadt von
Winterthur zu gelangen. Dort stand der Besuch des Gewerbemuseums auf dem
Programm. Dieses Haus wurde 1852 als Zeughaus errichtet, bevor 1928 in einem
Stockwerk das Gewerbemuseum eingerichtet wurde. 1989 wurde das ganze Haus in ein
Museum umgebaut. Auch hier hatten wir unseren eigenen Mann vor Ort, Serge Mojonnier.
Er erklärte uns in kurzen Zügen in welcher Institution wir uns befinden und welches das
Konzept des Gewerbemuseums ist. Hier gibt es drei Ausstellungen zu besichtigen: Die
Sammlung, eine wechselnde Ausstellung und das Materialarchiv.
Zuerst führte uns Boris Hitz durch die Ausstellung „LED – Licht und Farbe inszenieren“.
Salopp könnte man sagen „alles so schön bunt hier“. Die Installationen waren natürlich
sehr viel tiefgründiger. Das „Farb – Licht Muster“ zeigte 262 Farbmuster unter
verschiedenen Lichtbedingungen. Erstaunlich wie sich Farben verändern können. Im
nächsten Saal befand sich die Rauminstallation „Farb-Licht Klaviaturen“. Sie besteht aus
15 grossformatigen Wandelementen. Die Oberflächen werden durch eine programmierte
Farb – Licht Partitur mit wechselnder farbiger LED – Beleuchtung angestrahlt. Es lässt sich
erahnen, welch grosses gestalterisches Potential in der Kombination von dynamischem
LED – Licht mit farbigen Oberflächen liegt. Im letzten Raum kann man sich mit einem Farb
– Spieltisch, einem Tisch für Forschung und Lehre und mit Farbton-Verschiebungen
auseinandersetzen.
Im zweiten Stockwerk befindet sich das Materialarchiv, eine Muster- und Schausammlung.
Die seit 2001 bestehende Materialmustersammlung des Gewerbemuseums wird in einer
erweiterten und aktualisierten Form wieder eröffnet. Neu präsentiert sie sich jetzt mit einer
Datenbank, einer umfangreichen Schausammlung mit Anwendungs-, Gestaltungs- und
Konstruktionsbeispielen sowie mit Arbeitsplätzen und Experimentierstationen. Sie bietet
eine reiche Palette an Informationen und Grundlagen für Schulen und Fachleute aus allen
Bereichen der Gestaltung. Wahrlich eine Fundgrube auch für Museumstechniker.
Ein Schlusswort im Stehen von Marcel Sax, der massgeblich an der Organisation des
Tages verantwortlich war, ohne den gesamten Vorstand dabei zu vergessen. Im Namen
aller, herzlichen Dank. Der harte Kern traute sich noch zu einem Bier in die nahe
Gaststätte, um sich dann bis zum nächsten Zusammentreffen zu verabschieden.
Bericht verfasst: 5.5.09
Text: Edgar Hiltebrand
Fotos: Valentin Ritler

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