Herbsttagung im Sammlungszentrum SLM

Die breit gestreute Einladung zeigte Wirkung. Sämtliche Museen in der Schweiz wurden angeschrieben und über die Existenz unseres Berufsverbandes informiert.

Man rief die Museumstechniker und sie kamen in Scharen. Der Zulauf war enorm. Weit über hundert Interessierte strömten in das neue Sammlungszentrum in Affoltern am Albis (SZ). Aus allen Landesgegenden, sogar aus dem Fürstentum Lichtenstein.
Befindet man sich erst einmal innerhalb des stählernen Schutzwalls ist der Weg zum Foyer nicht mehr weit. Erste bekannte Gesichter, Kaffeeduft, Gipfeli…. So fühlt man sich willkommen. Markus Leuthard, Chef des SZ, begrüsste die Tagungsteilnehmer. Seine Ausführungen machten uns noch neugieriger auf die später folgenden Führungen. Nach dem Willkommensgruss informierte Marcel Sax, Präsident der Museumstechniker, dass unser Kassier Ernst Rieder am Vorabend ins Spital eingewiesen wurde. Wir hoffen, dass er die Herzoperation gut überstanden hat und wünschen ihm alles Gute.

 

Für die französischsprachigen Teilnehmer übersetzte Serge Mojonnier vom Gewerbemuseum Winterthur souverän. Hauptthema am Vormittag war das neue Berufsprofil, das der erweiterte Vorstand im laufenden Jahr erarbeitet hat und das jetzt beim ICOM zur Begutachtung deponiert ist. Nach ersten Rückmeldungen dürfe man optimistisch sein, dass der Beruf des Museumstechnikers zukünftig als anerkannter Beruf in den ICOM Richtlinien aufgeführt wird. Keine einfache Aufgabe, ist doch jedes Museum einzigartig.
Das Berufsbild wurde deshalb sehr allgemein formuliert. Jeder Betrieb gewichtet die Schnittstellen zu anderen Museumsberufen anders und kann sich seinen Gegebenheiten entsprechend festlegen.
Genau so verhält es sich mit den Tätigkeiten und Aufgaben im technischen Bereich. Das Berufsbild wird als Leitfaden für die Berufsumschreibung in Zukunft eine wichtigt Hilfe und Orientierung sein. Nach einer Kaffeepause klemmten wir uns noch einmal hinter die Vortragsstühle und füllten einen Fragebogen zur beruflichen Situation am Arbeitsplatz aus. Die Ergebnisse helfen dem Vereinsvorstand, das Berufsprofil noch zu verfeinern und Weiterbildungsangebote zu definieren.
Dann spazierten wir durch Affoltern zum Mittagessen. Gestärkt kamen wir zurück zum SZ. Bevor die Schatzkammern zur Besichtigung geöffnet wurden, erklärte uns Bernard Schuele den Werdegang dieses beeindruckenden Zentrums.
Einige Details sind bemerkenswert:
· Der Bau erfüllt den Minergie Standart.
· Auf dem Grundstück sind Reserven für eine Erweiterung in der Zukunft vorhanden.
· Heizenergie wird aus Erdwärme gewonnen.
Sicher ein kühner Wurf. Nun wir waren gespannt, auf die Besichtigung. Lange Korridore führten zu Labors, Werkräumen und Lagerhallen.
Das Staunen war gross. Modernste, zweckmässige Arbeitsplätze, (noch) viel Platz und eine Riesenmenge an Sammlungsgut. Die Vielfalt ist enorm. Ob Möbel, Stoffe oder Waffen, Kleider, Schuhe oder Fahnen: Für alles gibt es passende Regale, Schubladen oder Gestelle. Selbstverständlich ist das Klima in den Räumen auf das Sammlungsgut abgestimmt. Ordnung und Sicherheitsvorrichtungen unterstreichen die Verantwortung, die man diesem wertvollen Kulturgut entgegen bringt.
Die Zeit ging viel zu schnell vorüber. Noch so vieles hätte man genauer betrachten wollen. Mit dem Essen kommt bekanntlich der Appetit. Eine informative, hoch interessante Tagung wurde mit dem Dank an alle Teilnehmer durch Marcel Sax beendet. Wir bedanken uns beim Vorstand und beim SZ für die gute Organisation und die Gastfreundschaft.
Noch ein Hinweis auf unsere GV 2009: Diese findet am 27. April 2009. im Fotomuseum Winterthur statt.
Bericht:  Edy Gelder

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