1. GV im Zentrum Paul Klee Bern

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte fand die Generalversammlung statt. Eingeladen wurden die Vereinsmitglieder von H.R. Pauli, der als Museumstechniker am Zentrum Paul Klee arbeitet und für die Durchführung des bestens vorbereiteten Tages die Verantwortung übernahm.

Zwei einführende Kurzreferate zum Facilitiymanagement und zur Gönnerfamilie standen am den Anfang des Tages, dann liess HR. Paulie den Vorstand seine Geschäfte abwickeln, bevor nach gediegenem Mittagessen im hausinternen Personalrestaurant die Gruppenführungen durch das Zentrum beginnen konnten.

Im ersten Kurzreferat erläuterte uns Herr Klopfstein den Arbeitsbereich des Facilitymanagers und erklärte uns anhand von Beispielen aus der Projektentwicklung des Kleezentrums die wichtigen Teilschritte dieses Fachbereiches. Viele Konzepte und Vorabklärungen für die einzelnen Betriebsbereiche waren nötig und widerspiegelten die nicht ganz unproblematische Vielseitigkeit des ambitiösen Kulturzentrums.

Im zweiten Referat stellte uns H.R. Pauli die Kleefamilie und die Mäzene des Zentrums vor und schilderte, wie es zur Realisierung dieses prestigeträchtigen Bauwerkes kam.
Feuertaufe bestanden
Es folgte die Generalversammlung des Vereins Interessengemeinschaft Museumstechniker Schweiz.

Einundvierzig Personen hatten sich für den Anlass angemeldet. fünfunddreissig Leute waren anwesend, darunter zum ersten Mal ein Teilnehmer aus der welschen Schweiz.

Der Präsident Urs Baumgartner und seine beiden Mitstreiter leiteten die Versammlung und sorgten dafür, dass die GV trotz angeregter Diskussionen nicht ins Endlose ausuferte. Die tadellos geführte Rechnung von Urs Biedert wurde genehmigt und auch die Statutenänderungen wurden grösstenteils gut geheissen, bedürfen aber noch einer weiteren Überarbeitung, die auf die nächste Generalversammlung vertagt wurde.

 

Etwas wankelmütiger gestaltete sich die Aufnahme von Neumitgliedern und deren Stimmrecht an der stattfindenden Versammlung. Es wurde kurz über das Vorgehen diskutiert, dann benützten sechs Personen die letzte Gelegenheit ohne schriftliches Beitrittsgesuch ihren Beitritt mündlich vor der Versammlung zu beantragen.

Den sechs Neubewerbern wurde von der deutlichen Mehrheit der Anwesenden die Mitgliedschaft als Einzelmitglieder gewährt. Sie wurden mit Applaus in unserem Verein willkommen geheissen.

 

Dem Vorschlag des Vorstandes im Verein der Museen der Schweiz (VMS) ein Gesuch um die Gruppenmitgliedschaft einzureichen wurde ohne Gegenstimme zugestimmt.

Unter dem Traktandum Verschiedenes erläuterte U. Baumgartner die Möglichkeit, für eine begrenzte Anzahl von Vereinsmitgliedern versuchsweise an berufsrelevanten Vorlesungen der Restauratorenausbildung an der HKB (Hochschule der Künste Bern) teilzunehmen. Interessierte Mitglieder konnten sich in eine aufgelegte Liste für die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe eintragen.

Im Ausblick auf das bevorstehende Vereinsjahr lud uns Markus Friedrich auf den 2. Oktober in das Kultur und Kongresszentrum Luzern ein, wo er mit seinen Museumstechnikerkollegen eine Weiterbildung zum Thema angewandte Projektionen am Vorbereiten ist. Diese Veranstaltung der IG Museumstechniker wird öffentlich sein und ist daher für alle Interessierten zugänglich.

Bevor U. Baumgartner die Versammlung schloss, kündeten sowohl er, als auch der Kassier U. Bidert ihren Rücktritt auf die nächste Generalversammlung an und eröffneten dadurch die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern etwas früher als erwartet.
Spannende Führung durch das Zentrum durch von Martin Schneider und H.R. Pauli

Am Nachmittag stand die Führung durch das Gebäude auf dem Programm. Martin Schneider, der Sicherheitschef und HR. Pauli, der Museumstechniker führten je eine Gruppe unseres Vereins durch den imposanten Bau.

Dem Verfasser dieses Textes machte der ganz in Rot gestaltete Hörsaal einen nachhaltigen Eindruck. Die Solistenloge, wenn auch im UG, ohne Tageslicht, liess kaum Zweifel aufkommen, dass man in Bern für die grössten Stars der kulturellen Weltbühne zumindest von der Infrastruktur her gerüstet ist.

Grossügig bemessenen Depots mit StabArte Rollregalanlagen, halbleeren Gestellanlagen, folgten grosse Restaurierungsateliers, in denen sich die zwei Teilzeitzrestauratorinnen fast etwas verloren. Auch der Raum für die Logistik und die Museumstechnik war von angenehmer Grösse.

 

Etwas Schmunzeln schmunzeln mussten wir in den klimatechnischen Räumen. Dort standen mehrere mit Druckmaterial beladene Paletten. Die Feuerpolizei dürfte keine Freude haben in Anbetracht der hohen Brandlast.

Martin Schneider sagte es treffend: Wo es um Kunst geht, sind die Räume grosszügig bemessen, die Räume für den Betrieb und den Unterhalt des Gebäudes spielen eine untergeordnete Rolle, oder wurden ganz vergessen. Man sei aber ausserhalb des Kleezentrums auf der Suche nach geeignetem Lagerplatz für das Druckmaterial.

Ein besonderes Augenmerk wurde bei der Planung auf die Sicherheit gelegt. Neben einem mechatronischen Schliesssystem, das über einen täglich aktualisierten Chip die individuellen Zutritte steuert, sah man für die Depots ein zusätzliches Iriserkennungssystem vor, das durch die Anwesenheit einer zweiten Person nochmals verschärft wurde. Von dieser zweiten Person, die für jeden Eintritt ins Depot nötig gewesen war, ist man aber nach kurzer Zeit abgekommen, weil das Sicherheitslevel mit dem vorgesehenen Betriebspersonal nicht erfüllt werden konnte.

Am Schluss der Führung warfen die meisten noch einen Blick in die Dauerausstellung, wobei zu sagen ist, dass weniger Klees Werke bewundert wurden als vielmehr die Ausstellungstechnik Beachtung fand und zu zahlreichen Diskussionen Anlass gab.

 

Wir Museumstechniker durften einen sehr gut organisierten Tag erleben und danken Hansruedi Pauli und seinen Mitstreitern für die wohlwollende Gastfreundschaft.

Fotos : Ernst Rieder

Text : Marcel Sax

Protokoll der 1. GV