Herbsttagung im Kunsthaus Zürich

Nach einer fünfjährigen Umbauzeit ermöglichte das Technikerteam des Kunsthauses Zürich der Interessengemeinschaft Museumstechniker Schweiz spannende Einblicke hinter die Kulissen ihrer Arbeitsstätte.
Zu Beginn der Tagung führte Kurator Bernhard von Waldkirch durch die Ausstellung von Johann Heinrich Füssli und beeindruckte durch kompetent und vital vorgetragene Hinweise zum Leben und Werk des wilden Schweizers.

Es folgte eine kurze Information des Vorstandes zum Stand der Vereinsarbeit mit der Vorstellung der von Valentin Ritler neu gestalteten Webseite ( www.museumstechniker.ch).

 

Ein Mittagessen in einer nahegelegenen Pizzeria sorgte für sehr angeregte fachspezifische Gespräche. Es wurde über die Konstruktion von Bilderwagen diskutiert, Löhne von Freelancern, das Outsourcing sowie die Betriebsstrukturen einzelner Institutionen und vieles mehr fand in der angeregten Tischrunde Ausdruck.

 

Anschliessend führten uns Roland Arndt und Robert Brändli durch das Gebäude, so dass wir uns von der 60 Millionen Franken teuren Investition in die Betriebstechnik überzeugen lassen konnten.

Die Eingangshalle des Kunsthauses wurde umgestaltet, die Ausstellungsräume aufgefrischt und in ihren Originalzustand zurückgeführt. Es wurden Klimaanlagen und ein behindertengerechter Lift eingebaut. Das Betriebmateriallager, die Schreinerei, das Stellwandsystem, alle diese museumstechnischen Bereiche wurden überdacht und neu strukturiert. Das Heizsystem wurde von Öl auf Gas umgestellt, so dass sich der Öltank erübrigte und Platz für die umfangreichen technischen Apparate geschaffen werden konnte.

Kurzum, das Museum strahlt in neuem Glanz und hält einem Blick hinter die Kulissen stand.

Leider reichte der gewonnene Platz des Öltanks nicht aus alle technischen Anlagen unter zu bringen. Die Museumstechniker mussten einen grösseren Teil ihrer vordem vorhandenen Arbeits- und Lagerfläche für die Anlagen opfern.

Externe Lager für Sammlungsobjekte und Betriebsmaterial wurden nötig und erschweren die täglichen Betriebsabläufe bei der Anlieferung und dem Abtransport des entsprechenden Materials. Nur mit einer Unterschriftensammlung und ausführlichen Gesprächen konnten Roland Arndt und sein Team die Auslagerung der Schreinerei verhindern.

 

Die Tagung nahm ihren Verlauf mit Workshops zu den Themen: Stellwandsystem (Wolfsburg), Gemäldedepot (Rollregal) und Beleuchtungstechnik. In alternierenden Gruppen unterwiesen uns Museumstechnikerkollegen praktisch und fachkundig in den einzelnen Bereichen. Dabei überzeugte das Stellwandsystem durch seine Stabilität, sein geringes Eigengewicht und die einfache Bauweise. Über die Rollregalanlage von StabaArte kann man mit Ausnahme der geringen räumlich vorgegebenen Höhe nur positiv sprechen und auch die Beleuchtungsanlage erscheint bedienerfreundlich konzipiert zu sein.

Erfreuliche Teilnehmerzahl

Eine stattliche Zahl von 45 Museumstechniker und einer Museumstechnikerin haben sich

Im Kunsthaus Zürich zu ihrer offenen Herbsttagung versammelt. Auffallend viele Museumstechniker aus den Kunstmuseen der grossen Städte Bern, Basel, Zürich haben sich eingefunden. Die Sensibilität für museumstechnische Fragen scheint besonders in Kunstmuseen ausgeprägt zu sein. Es wäre interessant die Gründe dafür zu untersuchen.

Zwar fehlen noch Stelleninhaber kleinerer historischer, naturhistorischer oder technisch ausgerichteter Institutionen aus nicht urbanen Regionen, die den Fachaustausch beleben könnten, doch ist der Vorstand zuversichtlich, dass in den nächsten Jahren durch eine gute Vereinsführung, attraktive Tagungen und einer guten Mund zu Mund Werbung die Mitgliederzahl erhöht werden kann.

Roland Arndt, Robert Brändli und Robert Sulzer haben mit ihrem Team ein grosses

Kompliment verdient. Die Tagung war sehr gut vorbereitet, sie wurde sehr gut und spannend durchgeführt und überzeugte durch kompetentvorgetragene Informationen aus museumstechnischer und betriebswirtschaftlicher Sicht.

Ein herzliches Dankeschön.

Wir freuen uns bereits auf die nächsten Teffen.

Für die Generalversammlung sind wir am 12. Mai 2006 im Kleezentrum Bern bei Hansruedi Pauli zu Gast.

Für die Herbsttagung 2006 im Oktober dürfen wir mit einer Einladung vom Kunsthaus Luzern rechnen.

 

Text: Marcel Sax, Schweizerisches Landesmuseum Zürich

Fotos: Ernst Rieder, Kunstmuseum Basel